Eine Kirchenburg an der Werra
Die Kirchenburg liegt in Walldorf an der Werra, heute ein Ortsteil von Meiningen. Auf einem rund elf Meter hohen Sandsteinfelsen steht eine Anlage von etwa 150 mal 65 Metern. Eine Wehrmauer mit vier halbrunden Ecktürmen und einem weiteren Turm umschließt sie. Früher fand die Dorfbevölkerung hier Zuflucht.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz datiert den Kern der Wehranlage ins 9./10. Jahrhundert. Die Kirche entstand 1587 unter Verwendung älterer Bauteile. Vor dem Brand galt die Anlage als die am besten erhaltene ihrer Art an der Werra in Südthüringen. Die Stiftung bewertet sie als überregional bedeutendes Denkmal. Unser Betrieb sitzt im selben Ort.
Der Brand am 3. April 2012
Am 3. April 2012 brannte die Kirche. Der Dachstuhl des Kirchenschiffs verbrannte vollständig, das Dach stürzte ein. Die Turmhaube wurde schwer beschädigt, der Kirchturm drohte einzustürzen. Hitze und Löschwasser setzten auch den Außenmauern zu.
Orgel, Altar und die historischen Doppelemporen gingen verloren. Sakristei und die alte Kirchschule blieben vom Feuer verschont. Die Brandursache blieb auch im Rückblick von 2022 ungeklärt.
Der Wiederaufbau in Stationen
- 2012: Der Brandschutt wird beräumt, das Mauerwerk gesichert, ein Notdach schützt den Rest.
- 2013: Der Wiederaufbau beginnt im Mai. Der Kirchturm feiert Richtfest und bekommt eine neue Deckung, die im November fertig ist.
- 2014: Im November ist das Dach der Kirche neu gedeckt.
- 2016: Am 24. Dezember findet in der Kirche wieder ein Krippenspiel statt.
- Mai 2019: Die Kirchenburg wird wiedereingeweiht, mit Feiern am 11. und 12. Mai.
- 2022: Der Wiederaufbau erhält den Architekturpreis der Architektenkammer Thüringen.
Die Kirche wurde dabei nicht einfach wiederhergestellt. Die Anlage wurde als Gemeinde-, Kinder-, Radwege- und Biotopkirche entwickelt, mit zusätzlichen Räumen für Veranstaltungen. Träger waren die Kirchgemeinde, die Landeskirche, die damalige politische Gemeinde Walldorf und ein neu gegründeter Förderverein.
Unsere Arbeit am Dach
In der Liste der beteiligten Baufirmen steht die Firma Forch-Bedachung aus Walldorf bei den Dachdeckerarbeiten. Für uns war es das aufregendste Projekt des Jahres 2013.
Die neue Turmhaube haben wir im Herbst 2013 am Boden mit Schiefer gedeckt. Die Gärtnerei Wiegand aus Walldorf schmückte die Haube vor dem Anheben. Danach hob ein Kran sie auf den Kirchturm. Tino Forch nahm dort die vergoldete Turmkugel (etwa 1 Meter Durchmesser) entgegen und fixierte die Wetterfahne. Im November 2013 war die Turmdeckung fertig. Ein Jahr später folgte das Kirchendach. Es ist heute mit roten Ziegeln gedeckt, wie das Meininger Tageblatt im April 2015 berichtete.
Ein Kirchendach dieser Größe ist ein Gemeinschaftswerk. Wir haben gemeinsam mit diesen Beteiligten gearbeitet:
- Bauherr: Kirchgemeinde Walldorf
- Architektur und Projektsteuerung: Karsten Merkel, Meiningen
- Zimmerarbeiten: Zimmerei Danz, Walldorf, und HADRO-BAU, Rippershausen
- Gerüst und Notdach: Jafra, Suhl
Dazu kamen viele weitere Gewerke, von der Beräumung bis zur Orgel.
Bilder vom Bau






Fotos: Forch Bedachungen GmbH
Quellen und Presse
- Kirchgemeinde Walldorf: Chronologie des Wiederaufbaus
- Kirchgemeinde Walldorf: Beteiligte Baufirmen
- inSüdthüringen, 11.05.2019: Walldorf nach Brand wieder aufgebaut
- Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Kirchenburg Walldorf
- Architektenkammer Thüringen: Projektbeschreibung
- Unser Fotoalbum „Kirchenburg Walldorf“ auf Facebook
Dächer in der Region
Wir decken Dächer von Wohnhäusern bis zu denkmalgeschützten Gebäuden in der Region Meiningen. Was dazu gehört, steht unter Dachsanierung. Wenn Sie ein Dach planen, melden Sie sich bei uns über die Kontaktseite.